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Ödipus / Antigone 
Sophokles
Schauspielhaus Frankfurt
Regie: Michael Thalheimer DU HÖHNST DEN BLINDEN MANN UND STEHST IM LICHT,
DOCH DEINE EIGNE BLINDHEIT SIEHST DU NICHT. Mit der antiken Tragödie fängt alles an. In seinen beiden großen Dramen, »König Ödipus« und »Antigone«, bringt Sophokles – wie kaum ein Dichter nach ihm – philosophische und ethische Menschheitsfragen auf die Bühne, deren Dringlichkeit durch die Jahrhunderte noch zuzunehmen scheint. Dabei sind beide Stücke Teil einer Familiengeschichte: Ödipus, der unglückliche Herrscher Thebens, verfällt demselben Fluch wie seine Tochter Antigone: Schuldlos schuldig müssen beide untergehen. Nach einem Worte Sigmund Freuds der erste der modernen Menschen, ist Ödipus verdammt zur Selbsterkenntnis, welche er in gnadenlosem Ringen mit sich selbst zu Tage fördert. Antigone sucht das Duell mit Thebens König, ihrem Onkel Kreon, um das sittliche Gesetz einzuklagen. König Kreon stellt die Staatsräson dagegen, der Zusammenprall vernichtet beide. Michael Thalheimer am Schauspiel Frankfurt beide Tragödien in einem Doppelprojekt auf die Bühne:
»Ödipus / Antigone« an einem Abend.
Der Regisseur Michael Thalheimer, geboren in Münster bei Frankfurt am Main, zählt zu den prägenden Regisseuren seiner Generation. Er begann als Schauspieler und Regisseur am Theater Chemnitz. Später inszenierte er u.a. in Leipzig, Dresden, Stockholm, seit 2000 vorwiegend am Hamburger Thalia Theater und am Deutschen Theater Berlin. Hier zählten »Die Orestie«, Goethes »Faust« und auch »Die Ratten« zu seinen großen Erfolgen. Sechs von seinen Inszenierungen wurden zum Theatertreffen in Berlin eingeladen. (SF)
Vorstellungsbeginn: 19.00 Uhr, Aufführungsdauer ca. 3,5 Stunden inkl. einer Pause Pressestimmen: Thalheimer kehrt so das Innerste der Figuren nach außen, erforscht Sehnsüchte und Gefühle mit akribischer Genauigkeit. Es entsteht dabei eine Intensität, die den Zuschauer mehr als nur in den Bann schlägt. Der Hammer, mit dem Thalheimer aus dem Steinbruch der Sprache Gefühle meißelt, klopft auch in der Seele des Zuschauers an. (…) Gut dreieinhalb Stunden lang ist es gleichsam nicht möglich, sich dieser Emotionalität zu entziehen. (…) Was Constanze Becker und Marc Oliver Schulze in den Hauptrollen, aber auch Isaak Dentler, Michael Benthin, Oliver Kraushaar und Michael Abendroth zeigen, ist so bedrückend intensiv, dass der Atem stockt. Die Intendanz Reese hat in Frankfurt mit einem Paukenschlag begonnen. Jürgen Overhoff, Main Echo Eine grandiose Inszenierung des Ödipus. Marcel Reich-Ranicki, Cicero Und so wie am Anfang des Theaters vor zweieinhalbtausend Jahren das Drama dadurch geschaffen wurde, dass einer (später dann noch ein Zweiter und Dritter) heraustrat und vor und gegen und mit dem Kollektiv mit Mächten und Göttern und Verhängnissen rechtete, so naiv, mutig, wuchtig uranfänglich fängt das Schauspiel Frankfurt im Jahr 2009 neu an. Diesem Anfang wohnt ein Ur-Zauber inne. (…) Und Schulze zeigt so jammervoll wie jammergrandios den Kern der Figur: die Bestie. Gerhard Stadelmaier, Frankfurter Allgemeine Zeitung
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